Urlaub in Tallinn, der Hauptstadt von Estland

Die Stadt Tallinn im Baltikum blickt auf eine lange Geschichte zurück, denn schon im 10. Jahrhundert siedelten sich hier Kaufmannsleute an. Bei der Gründung allerdings trug Tallinn noch den Namen Lindanise - so die norwegische Bezeichnung - bzw. Reval, was aus dem Russischen stammt. Obwohl der Name Reval bis zum Jahre 1918 seine Gültigkeit behielt und auch heute noch teilweise in deutschsprachigen Gebieten verwendet wird, war doch seit der Eroberung durch König Waldemar von Dänemark im Jahre 1219 der Name Tallinn bekannt. Auf dem heutigen Domberg wurde im 11. Jahrhundert eine hölzerne Burg errichtet, die nach der eben erwähnten Eroberung durch eine Domkirche ersetzt wurde. Trotz der dänischen Herrschaft lebten in den Anfängen stets mehr Deutsche als Dänen in der Stadt. Die deutschen Kaufleute schließlich, die hier im Baltikum lebten, waren es, die einen guten Kontakt zur Hanse herstellten. Heute hat Tallinn einen weiterhin aufstrebenden Charakter, was sicherlich nicht nur den wirtschaftlichen Beziehungen zu verdanken ist, denn auch der Tourismus bringt zusehends mehr Leben in die Stadt.

Bezeichnend für Tallinn sind die vielen historischen Bauten, die an längst vergangene Zeiten erinnern. Gerade die Altstadt ist voll von alten Bauten, weshalb sie auch seit 1997 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Beginnt man einen Altstadtbummel, so empfiehlt es sich, auf dem alten Rathausplatz zu starten, denn schon das alte Rathausgebäude ist aus dem 14. Jahrhundert und kann in Teilen von Besuchern besichtigt werden. Ein Gebäude von besonderem Wert mag die alte Apotheke sein, die im 15. Jahrhundert das erste Mal in Urkunden benannt wird. Da hier auch heute noch Arzneimittel verkauft werden, zählt diese Apotheke zu den beiden ältesten ihrer Art im gesamten europäischen Raum. Besonders beeindruckend, daher auch die wohl bekannteste und wichtigste Sehenswürdigkeit ist die alte Stadtmauer mit seinen Kanonentürmen. Vom Tallinner Hafen aus erreicht man mit den unterschiedlichen Fähren unter anderem Rostock, Stockholm und Sankt Petersburg. Das öffentliche Verkehrsnetz in Tallinn verfügt über eine Straßenbahn mit vier Linien und einem Oberleitungsbus mit acht Linien. Dies mag auf den ersten Blick recht wenig klingen, doch lassen sich während der Reisen in diesen Teil vom Baltikum die wichtigsten Anlaufpunkte meist in relativ kurzer Zeit erreichen.

Riga - Reisen in die Hauptstadt Lettlands

Für Miss Baltica, wie die Letten ihre Landeshauptstadt auch gerne nennen, lohnt sich ganz klar ein etwas längerer Aufenthalt. Die im Baltikum größte Stadt hat einige wirkliche Bonbons, die man besser nicht versäumen sollte. Schon ein Spaziergang durch die Altstadt, die im barocken-gotischen Stil erstrahlt, lässt Rückschlüsse auf die über 800-jährige Geschichte dieser wunderschönen Stadt schließen. Wie so viele Orte weltweit ist auch diese Altstadt in das Weltkulturerbe aufgenommen worden. Da Riga in der Tat zu den schönsten Städten des Nordens gehört, sollte man für einen Urlaub hier durchaus ein wenig mehr finanziellen Spielraum einplanen, denn einige Einrichtungen können es sich erlauben, etwas höhere Preise zu verlangen.

Zu den Sehenswürdigkeiten zählt, allen voran, die Petrikirche. Sie wird nicht ohne Grund als Wahrzeichen der Stadt bezeichnet, denn der über 120 Meter hohe achteckige Turm überragt so ziemlich alles in Riga. Steht man auf der Aussichtsplattform, die sich in 72 Metern Höhe befindet, hat man einen bezaubernden Blick über die Stadt, ja, bei schönem Wetter kann man sogar bis zur Ostsee schauen. Wie wichtig dieser Turm den Rigaern ist, zeigt die Geschichte: als der ursprünglich 136 Meter hohe Holzturm Mitte des 17. Jahrhunderts einstürzte, wurde er wieder neu aufgebaut. Auch zwei weitere Einstürze aufgrund eines Blitzeinschlages im Jahre 1741 und eines Bombenangriffs im Zweiten Weltkrieg hielten die Einwohner nicht davon ab, den Turm immer wieder aufzubauen, zuletzt erhielt er sogar eine Stahlkorsage. Zu den weiteren Highlights zählt unter anderem der Rigaer Dom, in dem rund 5000 Personen Platz finden, was ihn somit zum größten seiner Art im gesamten Baltikum macht.
Doch auch die Natur kommt in Riga nicht zu kurz. So findet man hier, den Jurmala vor, einen rund 20 Kilometer langen Strand. Mit dem Auto allerdings ist der Strand nur schwer zu erreichen, da die meisten angrenzenden Stadtteile für den Autoverkehr gesperrt sind. Allerdings ist natürlich nichts gegen einen ausgedehnten Spaziergang einzuwenden

Urlaub in Kaliningrad bedeutet Reisen in eine andere Welt

So manch einer mag nicht unbedingt wissen, worauf er sich einlässt, wenn es um das Reisen nach Kaliningrad geht, doch spätestens beim ersten Bummel durch die Stadt wird schnell klar, wie viele alte und historische Bauwerke hier neben neuen, modernen Häusern stehen. Ein genaues Bild kann man sich machen, wenn man sich zu einem Besuch des alten Königsberger Schlosses aufmacht. Das wunderschöne Schloss steht heute direkt neben einem sogenannten Rätehaus, besser gesagt, neben der baulichen Ruine eines in den 1960er Jahren gebauten Gebäudes, welches eigentlich zur Nutzung der städtischen Verwaltung dienen sollte, Allerdings wurde dieses „Rathaus“ aus baulichen Gründen nie bezogen und steht nun als Ruine neben dem Königsberger Schloss. Ein weiteres bauliches Meisterwerk aus längst vergangener Zeit ist der Königsberger Dom. Derzeit wird der Dom als kulturelle Begegnungsstätte genutzt, in der verschiedene Veranstaltungen stattfinden. Hinter dem Dom kann man die Grabstätte des deutschen Philosophen Immanuel Kant besuchen, der Zeit seines Lebens im ehemaligen Königsberg gelebt und auch gewirkt hat.

Ein Streifzug durch die vielen Kaliningrader Museen gibt den Besuchern aufschlussreiche Blicke in die Stadtgeschichte (Museum für Kunst und Geschichte). Doch auch andere Museen hier haben durchaus ihre Reize, so auch das Bernsteinmuseum, das Dommuseum oder das Immanuel-Kant-Museum. Besonders zu erwähnen ist noch das ehemalige Forschungsschiff Witjas, welches heute als Museum des Weltozeans genutzt wird. Hier erfährt man ausgesprochen viel über die Meeresbiologie. Die Abendstunden in Kaliningrad können unter anderem in den unterschiedlichen Theatern verbracht werden, in denen oftmals zauberhafte Aufführungen dargeboten werden.

Im gesamten Stadtgebiet stößt man immer wieder auf imposante Denkmäler. Eines der den Kaliningrader wohl nicht ganz unwichtigen Denkmälern ist das des Immanuel Kant. Nachdem das Denkmal gegen Ende des Zweiten Weltkrieges verschwand, wurde es erneut nachgegossen. Die einstige Journalistin Marion Gräfin Dönhoff trug hierfür die Kosten. Auf dem Streifzug durch die Stadt sollte man unbedingt auch das Kosmonautendenkmal betrachten, welches zu Ehren einiger russischer Kosmonauten aufgestellt wurde.

Vilnius - Eine liebenswerte Hauptstadt im Baltikum

Als einzige Hauptstadt im Baltikum konnte der deutsche Orden Vilnius nicht einnehmen, worauf die Bewohner natürlich auch heute noch sehr stolz sind. Heute ist Vilnius nicht nur bekannt als Sitz des katholischen Erzbischofs, sondern gilt auch seit 1579 als Universitätsstadt. Damit gilt Vilnius als eine der ältesten Universitätsstädte im gesamten europäischen Raum. Gleichzeitig wurde Vilnius für 2009 als Kulturhauptstadt anerkannt.

Als Wahrzeichen der Stadt bezeichnen die Bewohner eine Burgruine aus dem 14./15. Jahrhundert. Die Burg trägt den Namen Gediminas und steht auf einem Hügel gleichen Namens. Weiteres Wahrzeichen ist die am unteren Ende des Hügels stehende römisch-katholische Kirche aus der Zeit des Klassizismus. Zur ihr gehört ein Glockenturm, der allerdings ein wenig Abseits steht.

Das besondere Highlight allerdings ist die Altstadt Vilnius‘, die aufgrund ihrer Beschaffenheit nicht nur zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört, sondern gleichzeitig auch noch eine der besterhaltenen Altstädte Europas ist. Liebhaber der Architektur werden hier ihre helle Freude haben, denn hier findet man Bauten aus der Zeit des Barock, aber auch beeindruckende gotische Baustile und wunderschöne Häuser aus der Renaissance. Und noch eine Besonderheit zeichnet die Stadt aus: Überall im Stadtgebiet stehen unzählige kleine und größere Kirchen, wie zum Beispiel die St.-Annen-Kirche, ein Gebäude aus der Gotik-Zeit. Der Barock hinterließ unter anderem seine Spuren mit der Kasimir-Kirche, die ebenfalls in der Altstadt zu finden ist.

Auch als Universitätsstadt hat Vilnius einiges zu bieten, so auch die Universität Vilnius, die schon 1579 gegründet wurde. Sie ist somit nicht nur die älteste Universität im Baltikum sondern in ganz Osteuropa. Um den Studenten, die damals an dieser Universität studierten, auch eine nahegelegene Wohnmöglichkeit zu geben, baute man 1582 das Alumnat, welche in unmittelbarer Nähe der Universität liegt. Heute allerdings dient das Gebäude den amtlichen Behörden. Allerdings ist der hübsche Innenhof auf jeden Fall sehenswert. Neben dieser Universität gibt es hier auch unter anderem noch die Kunstakademie Vilnius und die Pädagogische Universität Vilnius. Selbst die Europäische Humanistische Universität von Weißrussland findet hier seit 2004 ein vorübergehendes Zuhause.

Einige Reise Touren durch Lettland

Nicht alle Menschen, die einen Urlaub in Lettland planen, wissen auf Anhieb, was sie eigentlich sehen wollen. Andere wiederum haben wollen sich auch einfach von Land und Leuten inspirieren lassen, ohne vorher großartige Pläne zu schmieden. Daher hier einige Tipps, die das Planen der Reisen vielleicht etwas einfacher gestalten.
Eine der schönsten Touren mag wohl die Fahrt durch den Nationalpark der Gauja sein. Ausgestattet mit dort erhältlichem Kartenwerk geht die Fahrt zum ersten Ziel, Ligatne. Hier findet man einige tolle Wanderwege, auf denen man immer wieder die wunderschöne Natur von Lettland bewundern kann. Setzt man mit der Fähre über die Gauja über, so eröffnen sich noch weitere Möglichkeiten, zum Beispiel eine Wanderung über die angrenzende Felsenlandschaft. Auf den weiteren Stationen dieser Tour erlebt man die Schönheiten der Stromschnellen Kükü kraces oder auch den imposanten Adlerfelsen. Und weiter geht die Fahrt, nun kann man das Tal auf der anderen Seite bestaunen, denn auch hier reiht sich letztlich ein Highlight an das nächste. Entlang der Tour gibt es immer wieder kleine Gasthöfe, die für den kleinen und größeren Hunger einige Speisen der Region bereithalten.
Eine weitere Tour zeigt dem Urlauber vieles rund um die Rigaer Bucht bis hin zum Kap der zwei Meere. Die Tour beginnt in Tukum, einer malerischen alten Stadt, führt über eine Straße vorbei an Moorwäldern. Dahinter erstreckt sich der größte Lagunensee Lettlands. Weiter geht es nach Mesrags, einem uralten Fischerdorf, in dem auch heute noch die alten Traditionen gelebt werden. Folgt man der Tour weiter, stellt man fest, dass es immer ruhiger und einsamer wird. Hier findet man nur noch wenige kleine Örtchen, in denen die Bewohner oftmals noch in alten Zeiten leben. Gelangt man nach Kolkarags, hat man das eigentlich Ziel der Tour erreicht: Das Kap der zwei Meere. Hier treffen die Rigaer Bucht und die Ostsee zusammen, was oftmals ein wahres Naturspektakel bedeutet. Begibt man sich nun ein wenig in das Landesinnere, so findet man hier ein wirklich historisches Seezeichen: Der Leuchtturm Slitere, der mit knapp 60 Metern zu den höheren seiner Art gehört. Hier, im Turm selbst, gibt es eine Ausstellung das Nationalparks Slitere zu bewundern.

Estland ist immer einen Urlaub / Reise wert

An der nördlichsten Spitze im Baltikum, unterhalb des Finnischen Meerbusens, liegt das schöne und beschauliche Estland, welches sich mittlerweile zu einem immer beliebteren Urlaubsziel gemausert hat. Als besonders interessant mag die Tatsache gelten, dass Estland viele Verbindungen kultureller Art zu Deutschland pflegt.
Das Land scheint über und über mit historischen und anderen Highlights überzogen zu sein. Bestes Beispiel hierfür ist nicht nur die bezaubernde Altstadt der Landeshauptstadt Tallinn. Auch in anderen Orten findet man immer wieder historische Bauten, die allesamt etwas über die seit weit über 700 Jahren währende Geschichte des Landes verraten.
Als bestechend schön gilt letztlich auch die Landschaft Estlands. Urlauber dürfen es zum Beispiel auf keinen Fall versäumen, den imposanten Wasserfall bei Jägala zu besuchen, der in der Nähe von Tallinn liegt. Durch die Lage des Landes kann wohl jeder erahnen, dass die Landschaften hier vor allem als Paradies für Wintersportler gelten. Gerade die malerische kleine Stadt Otepää dürfte sich schon einen bekannten Namen in Hinsicht auf den Wintersport gemacht haben. Estland hat sich, trotz des mehr und mehr aufkommenden Tourismus seine wunderbare Natur bewahrt, was unter anderem auch daran zu erkennen ist, dass fast die Hälfte des Landes mit Wäldern bewachsen ist, welche den Hirschen, Füchsen und vor allem den Elchen als Heimat dient. Begibt man sich während der Reisen auf einen Waldspaziergang, so kann man mit ein klein wenig Glück auch einem der nur noch wenig existierenden Schneehasen begegnen. Als Romantik pur könnte man es bezeichnen, wenn man um die Weihnachtszeit herum einem der selten vorkommenden Rentiere begegnet.
Obwohl Estland seit September 2003 zur EU gehört, gilt als Währung hier noch die Estnische Krone. Mit einer Umstellung auf den Euro ist in allerdings in den kommenden zwei Jahren zu rechnen. Für eine Estnische Krone (EEK) erhält man derzeit ca. 0,06 €. Umgekehrt erhält man für einen Euro rund 15,65 Estnische Kronen. Für Urlauber oftmals von besonderer Wichtigkeit: In Estland besteht fast überall die Möglichkeit, mit EC- oder VISA-Karte zu bezahlen.